Wie wird in der Gesprächstherapie gearbeitet?

In der Gesprächstherapie als tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapieform wird daran gearbeitet, einen Zugang zu den unbewussten Anteilen der eigenen Person zu bekommen. Es geht darum, ein Verständnis zu schaffen für das Gewordensein eines Menschen und dessen Bedeutung für seine aktuelle Belastungssituation, damit sich aus diesem Verstehen neue Lösungswege erschließen können. Ein Bewusstsein darüber, welche Erfahrungen in der Vergangenheit, insbesondere der Kindheit, entbehrt wurden, eröffnet die Möglichkeit, in der Gegenwart besser für sich und seine eigenen Bedürfnisse zu sorgen. Die aktuellen Beschwerden und Symptome, die Anlass zur Behandlung sind, werden aus tiefenpsychologischer Sicht auch als durchaus „sinnvolle“ Abwehr- oder Selbstheilungsversuche eines bedrängten Ichs verstanden. In einer Atmosphäre des Angenommenseins geht es darum, die tiefere Sinnhaftigkeit der eigenen Problemsituation zu verstehen und so Potential für Veränderungs- und Wahlmöglichkeiten zu entwickeln. Im Kontakt mit der Psychotherapeutin erhält der Patient das Angebot, seine persönlichen Beziehungsmuster bewusst zu erleben, zu überprüfen und zu verändern.

Für wen ist die Gesprächstherapie geeignet?

Die tiefenpsychologisch fundierte Gesprächstherapie ist geeignet, ein breites Spektrum psychischer Erkrankungen zu behandeln, wie zum Beispiel psychosomatische Erkrankungen, Depressionen, Angsterkrankungen, Essstörungen, Suchterkrankungen, Trauma- und Belastungsreaktionen, Persönlichkeits- und Beziehungsstörungen, Entwicklungskrisen. Sie bietet sich an für alle Menschen, die interessiert daran sind, ihre aktuellen Schwierigkeiten vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Lebensgeschichte zu reflektieren. Insbesondere für Menschen mit einem weniger ausgeprägten Selbstbewusstsein entsteht hier die Möglichkeit, gestärkt zu werden und eine persönliche Weiterentwicklung zu erleben.